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EINE GARANTIE




Die Mantelmänner wussten, wer der Dritte war.

Am Tag nachdem sie die Himmelstraße aufgesucht hatten, saß Rudi mit Liesel auf den Stufen zu seinem Haus und erzählte ihr die ganze Geschichte, bis ins kleinste Detail. Er gab sein Schweigen auf und erzählte ihr von jenem Tag, als er aus dem Unterricht geholt worden war. Sie teilten sogar ein Lachen über die riesenhafte Krankenschwester und den Ausdruck auf dem Gesicht von Jürgen Schwarz. Aber die meiste Zeit war die Erzählung von Angst geprägt, besonders als Rudi zu der Stelle kam, wo es um das Gespräch in der Küche und die Dominoleichen ging.

Tagelang bekam Liesel einen Gedanken nicht aus dem Kopf.

Es war die Untersuchung der drei Jungen, oder - wenn sie ehrlich war - die von Rudi.

Sie lag im Bett, vermisste Max, fragte sich, wo er war, und betete, dass es ihm gut ging, aber irgendwo, weit darüber, stand Rudi.

Er glühte im Dunkeln, völlig nackt.

In dieser Vision lag ein namenloser Schrecken, der in dem Moment, in dem Rudi gezwungen wurde, seine Hände wegzunehmen, unsagbare Ausmaße annahm. Es war, gelinde gesagt, beunruhigend, aber trotzdem konnte sie nicht aufhören, daran zu denken.

STRAFE

Auf den Marken, die zur Rationierung des Lebens dienten, stand nichts von Strafe, aber jeder in Deutschland kam an die Reihe. Für die einen war es der Tod im Kampf in einem fremden Land. Für die anderen waren es Elend und Schuld, als der Krieg vorbei war, als man überall in Europa die sechs Millionen entdeckte. Viele Menschen sahen wohl mit offenen Augen ihrer Strafe entgegen, aber nur wenige hießen sie willkommen. Ein solcher Mensch war Hans Hubermann.

Man half keinem Juden auf offener Straße. Man versteckte keinen Juden im Keller.

Zunächst fand die Bestrafung in seinem Gewissen statt. Die unnötige Vertreibung von Max Vandenburg plagte ihn. Liesel sah, wie dieses Gefühl während des Abendessens neben seinem Teller saß, den er nicht anrührte, oder neben ihm auf der Brücke über die Amper stand. Er spielte nicht mehr auf dem Akkordeon. Das war schlimm genug, aber es war erst der Anfang.

An einem Mittwoch Anfang November lag die wahre Strafe im Briefkasten. Oberflächlich betrachtet schien es eine gute Nachricht zu sein.

EIN BLATT PAPIER IN DER KÜCHE

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Ihr Antrag auf Mitgliedschaft in der NSDAP angenommen wurde...

»Die Nazis?«, fragte Rosa. »Ich dachte, die wollen dich nicht.« »So war es auch.«







Дата добавления: 2015-09-06; просмотров: 204. Нарушение авторских прав


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