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Алексей Смирнов 6 страница




Du gutes Circassien, so glichst du bisher nur darin ändern Reichen, daß deine Glückseligkeit von einer Kleinigkeit abhängt! Ach, ich fürchte, bald werden Kleinigkeiten dein ganzes Schicksal bestimmen, und erst dann wirst du den Reichen Europens völlig gleich sein.

Um wenigstens dem goldnen Hahne, der, wie gesagt, weder aß noch trank, sein trauriges und einsames Leben so er­träglich und lustig als möglich zu machen, errichtete man ihm einen prächtigen Hofstaat. Er hatte seinen eignen Palast, seine Marschälle, Kammerherren, Oberhof— und Oberstall­meister, Officianten, Trabanten, Pagen, Forreiter, Lakaien, Ställe, Gärten, und, um ihn vor allen weiblichen Augen und Verführungen zu bewahren, seine Leibwache, von welcher ein jeder die Annäherung eines Frauenzimmers, und wäre es die Sultanin selbst gewesen, mit dem Kopfe bezahlen mußte.

Dieses war das einzige peinliche Gesetz, welches man in Circassien kannte.

Die Weisesten des Landes hatten einen ganzen Codex, sowohl über die Zeremonien, die man mit dem Hahn und gegen ihn zu beobachten hatte, als auch über die sonstigen Gebote und Verordnungen, zusammengeschrieben. Das Werk war mit Teutschem Fleiß und Teutscher Pünktlichkeit aus­gearbeitet; und wahrlich, keiner unserer Publizisten oder Geschichtsschreiber hätte es besser machen können. Schade nur, daß dieses wichtige Buch nicht auf unsere Zeiten ge­kommen ist! Die Teutschen Gelehrten würden es bewundern, übersetzen und kommentieren. Die Hofleute, welche alle ihre erhabenen Geisteskräfte so sehr anstrengen müssen, neue Verehrungen und Vergötterungen, wodurch sie die Großen der Erde verstricken und verblenden können, zu ersinnen, fänden hier Dinge vorgearbeitet, die ihnen, trotz aller Mühe nicht in den Sinn kommen; und die Politiker würden ein Beispiel sehen, welche Vorsicht man anwenden muß, um die Hauptfeder einer Staatsmaschine in immer gleicher Span­nung zu erhalten.

Doch was vermögen Codex, Zeremonien, Gesetze und Ge­bote gegen das Verhängnis? Wache, Festung und Vorsicht gegen Schönheit und den Mut, den sie einflößt! Hier schei­tern Witz, Klugheit und Standhaftigkeit des Burgemeisters einer Reichsrepublik nicht weniger, als der Witz, die Klug­heit und Standhaftibkeit des Beherrscher eines mächtigen Staates.

ЗАДАНИЯ

А

1. На примере этой главы познакомьтесь с образцом немецкого просветительского романа и соберите фоновые сведения о жанре и авторе.

2. Какие доминирующие черты характеризуют стиль текста?


3. Можно ли говорить о национальной специфике тек­ста? Об индивидуальном стиле автора?

4. Обратите внимание на модальность текста и средства ее выражения.

5. В какой мере и какими средствами вы будете пере­давать историческую дистанцированность текста от совре­менности?

6. Соберите языковой материал для будущего перевода в аналоговых текстах русской литературы конца XVIII в. (М. В. Ломоносов, Н. М. Карамзин, Г. Р. Державин и др.). Особое внимание обратите на синтаксические средства архаизации.

В

1. Переведите фрагмент текста, указанный преподава­телем.

2. Прокомментируйте все приемы, нацеленные на пе­редачу исторической дистанции.


Тема 21. Проза преромантизма

TEKCT 90. F. SCHILLER

EINE GROßMÜTIGE HANDLUNG

Schauspiele und Romane eröffnen uns die glänzendsten Züge des menschlichen Herzens; unsre Phantasie wird ent­zündet; unser Herz bleibt kalt; wenigstens ist die Glut, worein es auf diese Weise versetzt wird, nur augenblicklich und erfriert fürs praktische Leben. In dem nämlichen Augen­blick, da uns die schmucklose Gutherzigkeit des ehrlichen Puffs bis beinahe zu Tränen rührt, zanken wir vielleicht einen anklopfenden Bettler mit Ungestüm ab.

Wer weiß, ob nicht eben diese gekünstelte Existenz in einer idealischen Welt unsre Existenz in der wirklichen untergräbt? Wir schweben hier gleichsam um die zwei äußer­sten Enden der Moralität, Engel und Teufel, und die Mitte — den Menschen — lassen wir liegen.

Gegenwärtige Anekdote von zween Deutschen — mit stol­zer Freude schreib ich das nieder — hat ein unabstreitbares Verdienst: Sie ist wahr. Ich hoffe, daß sie meine Leser wärmer zurücklassen werde als alle Bände des Grandison und der Pamela.

Zwei Brüder, Barone von Wrmb., hatten sich beide in ein junges vortreffliches Fräulein von Wrthr. verliebt, ohne daß der eine um des anderen Leidenschaft wußte. Beider Liebe war zärtlich und stark, weil sie die erste war. Das Fräulein war schön und zur Empfindung geschaffen. Beide ließen ihre Neigung zur ganzen Leidenschaft aufwachsen, weil



 

РАЗДЕЛ IV. Художественные тексты

keiner die Gefahr kannte, die für sein Herz die schrecklichste war — seinen Bruder zum Nebenbuhler zu haben. Beide verschonten das Mädchen mit einem frühen Geständnis, und so hintergingen sich beide, bis ein unerwartetes Begebnis ihrer Empfindungen das ganze Geheimnis entdeckte.

Schon war die Liebe eines jeden bis auf den höchsten Grad gestiegen; der unglückselige Affekt, der im Geschlechte der Menschen beinah so grausame Verwüstungen angerichtet hat als sein abscheuliches Gegenteil, hatte schon die ganze Fläche ihres Herzens eingenommen, daß wohl von keiner Seite eine Aufopferung möglich war. Das Fräulein, voll Gefühl für die traurige Lage dieser beiden Unglücklichen, wagte es nicht, ausschließend für einen zu entscheiden, und unterwarf ihre Neigung dem Urteil der brüderlichen Liebe.

Sieger in diesem zweifelhaften Kampf der Pflichten und Empfindung, den unsre Philosophen so allzeit fertig ent­scheiden und der praktische Mensch so langsam unternimmt, sagte der ältere Bruder zum jüngern: “Ich weiß, daß du mein Mädchen liebst, feurig wie ich. Ich will nicht fragen, für wen ein älteres Recht entscheidet. — Bleibe du hier, ich suche die weite Welt, ich will streben, daß ich vergesse. Kann ich das — Bruder! Dann ist sie dein, und der Himmel segne deine Liebe! — Kann ich es nicht — nun, dann, so geh auch du hin — und tu ein Gleiches”.

Er verließ jählings Deutschland und eilte nach Holland — aber das Bild seines Mädchens eilte ihm nach. Fern von dem Himmelstrich seiner Liebe, aus einer Gegend verbannt, die seines Herzens ganze Seligkeit einschloß, in der er allein zu leben vermochte, erkrankte der Unglückliche, wie die Pflanze dahinschwindet, die der gewalttätige Europäer aus dem mütterlichen Asien entführt und fern von der milderen Sonne in rauhere Beete zwingt. Er erreichte verzweifelnd Am­sterdam, dort warf ihn ein hitziges Fieber auf ein gefähr­liches Lager. Das Bild seiner Einzigen herrschte in seinen wahnsinnigen Träumen, seine Genesung hing an ihrem Be­sitze. Die Arzte zweifelten für sein Leben; nur die Versiche-


rung, ihn seiner Geliebten wiederzugeben, riß ihn mühsam aus den Armen des Todes. Halbverwest, ein wandelndes Gerippe, das erschrecklichste Bild des zehrenden Kummers, kam er in seiner Vaterstadt an — schwindelte er über die Treppe seiner Geliebten, seines Bruders. “Bruder, hier bin ich wieder. Was ich meinem Herzen zumutete, weiß der im Himmel. — Mehr kann ich nicht”. Ohnmächtig sank er in die Arme des Fräuleins.

Der jüngere Bruder war nicht minder entschlossen. In wenigen Wochen stand er reisefertig da: “Bruder, du trugst deinen Schmerz bis nach Holland. — Ich will versuchen, ihn weiter zu tragen. Führe sie nicht zum Altar, bis ich dir weiter schreibe. Nur diese Bedingung erlaubt sich die brüder­liche Liebe. Bin ich glücklicher als du — in Gottes Namen, so sei sie dein, und der Himmel segne eure Liebe. Bin ich es nicht — nun, dann, so möge der Himmel weiter über uns richten! Lebe wohl. Behalte dieses versiegelte Päckchen, erbrich es nicht, bis ich von hinnen bin, — Ich geh nach Batavia”. Hier sprang er in den Wagen.

Halb entseelt starrten ihm die Hinterbleibenden nach. Er hatte den Bruder an Edelmut übertroffen. Am Herzen dieses zerrten beide, Liebe und Verlust des edelsten Manns. Das Geräusch des fliehenden Wagens durchdonnerte sein Herz. Man besorgte für sein Leben. Das Fräulein — doch nein! Davon wird das Ende reden.

Man erbrach das Paket. Es war eine vollgültige Ver­schreibung aller seiner deutschen Besitzungen, die der Bru­der erheben sollte, wenn es dem Fliehenden in Batavia glückte.

Der Überwinder seiner selbst ging mit holländischen Kauf- falirern unter Segel und kam glücklich in Batavia an. Wenige Wochen, so übersandte er dem Bruder folgende Zeilen: “Hier, wo ich Gott dem Allmächtigen danke, hier auf der neuen Erde denk ich Deiner und unsrer Lieben mit aller Wonne eines Märtyrers. Die neuen Szenen und Schicksale haben meine Seele erweitert, Gott hat mir Kraft geschenkt, der Freundschaft das höchste Opfer zu bringen. Dein ist — Gott!



 

РАЗДЕЛ IV. Художественные тексты

hier fiel eine Träne — die letzte — Ich hab’s überwunden — Dein ist das Fräulein. Bruder, ich habe sie nicht besitzen sollen, das heißt, sie wäre mit mir nicht glücklich gewesen. Wenn ihr je der Gedanke käme — sie wäre es mit mir gewesen — Bruder! Bruder! schwer wälze ich sie auf Deine Seele. Vergiß nicht, wie schwer sie Dir erworben werden mußte. — Behandle den Engel immer, wie es jetzt Deine junge Liebe Dich lehrt. — Behandle sie als ein teures Vermächtnis eines Bruders, den Deine Arme nimmer umstricken werden. Lebe wohl. Schreibe mir nicht, wenn Du Deine Brautnacht feierst. Meine Wunde blutet noch immer. Schreibe mir, wie glücklich Du bist. Meine Tat ist mir Bürge, daß auch mich Gott in der fremden Welt nicht verlassen wird”.

Die Vermählung wurde vollzogen. Ein Jahr dauerte die seligste der Ehen. — Dann starb die Frau. Sterbend erst bekannte sie ihrer Vertrautesten das unglückseligste Ge­heimnis ihres Busens: sie hatte den Entflohenen stärker ge­liebt.

Beide Brüder leben noch wirklich. Der ältere auf seinen Gütern in Deutschland, aufs neue vermählt. Der jüngere blieb in Batavia und gedieh zum glücklichen, glänzenden Mann. Er tat ein Gelübde, niemals zu heiraten und hat es gehalten.

ЗАДАНИЯ

А

1. Опираясь на изученную фоновую информацию, выя­вите доминирующие черты, свойственные стилю немец­кого преромантизма:

1) высокий уровень эмоциональности;

2) частотность лексики со значением описания чувств человека;

3) гиперболизированность в описании чувств;

4) метафоры сентиментализма;

5) эмфаза в прямой речи;


6) инверсия высокого стиля и т. п.

2. На какой стиль и прозу какого времени можно ори­ентироваться в подборе функционально равнозначных со­ответствий?

3. Какую микростратегию вы изберете при передаче в данном тексте личных и географических имен?

4. Сформулируйте стратегию перевода текста Шиллера в виде плана.

В

1. Переведите весь текст письменно.

2. Составьте лингвопереводческий и фоновый коммен­тарий ко всему тексту.


Тема 22. Проза раннего экспрессионизма

TEKCT 9t. G. TRAKL

VERLASSENHEIT

Nichts unterbricht mehr das Schweigen der Verlassenheit. Uber den dunklen, uralten Gipfeln der Bäume ziehn die Wolken hin und spiegeln sich in den grünlichblauen Wassern des Teiches, der abgründlich scheint. Und unbeweglich, wie in trauervolle Ergebenheit versunken, ruht die Oberfläche — tagein, tagaus.

Inmitten des schweigsamen Teiches ragt das Schloss zu den Wolken empor mit spitzen, zerschlissenen Türmen und Dächern. Unkraut wuchert über die schwarzen, geborstenen Mauern, und an den runden, blinden Fenstern prallt das Sonnenlicht ab. In den düsteren, dunklen Höfen fliegen Tauben umher und suchen sich in den Ritzen des Gemäuers ein Versteck.

Sie scheinen immer etwas zu befürchten, denn sie fliegen scheu und hastend an den Fenstern hin. Drunten im Hof plätschert die Fontäne leise und fein. Aus bronzener Brun­nenschale trinken dann und wann die dürstenden Tauben.

Durch die schmalen, verstaubten Gänge des Schlosses streift manchmal ein dumpfer Fieberhauch, dass die Fle­dermäuse erschreckt auf flattern. Sonst stört nichts die tiefe Ruhe.

Die Gemächer aber sind schwarz und verstaubt! Hoch und kahl und frostig und voll erstorbener Gegenstände. Durch die blinden Fenster kommt bisweilen ein kleiner, winziger

Schein, den das Dunkel wieder aufsaugt. Hier ist die Ver­gangenheit gestorben.

Hier ist sie eines Tages erstarrt in einer einzigen, ver­zerrten Rose. An ihrer Wesenlosigkeit geht die Zeit achtlos vorüber. Und alles durchdringt das Schweigen der Ver­lassenheit.

Niemand vermag mehr in den Park einzudringen. Die Äste der Bäume halten sich tausendfach umschlungen, der ganze Park ist nur mehr ein einziges gigantisches Lebewesen. Und ewige Nacht lastet unter dem riesigen Blätterdach. Und tiefes Schweigen! Und die Luft durchtränkt von Vermo­derungsdünsten!

Manchmal aber erwacht der Park aus schweren Träumen. Dann strömt er ein Erinnern aus an kühle Sternennächte, an tief verborgene heimliche Stellen, da er fiebernde Küsse und Umarmungen belauschte, an Sommernächte voll glühender Pracht und Herrlichkeit, da der Mond wirre Bilder auf den schwarzen Grund zauberte, an Menschen, die zierlich galant, voll rhythmischer Bewegungen unter seinem Blätterdache dahinwandelten, die sich süße, verrückte Worte zuraunten, mit feinem verheißendem Lächeln.

Und dann versinkt der Park wieder in seinen Todesschlaf.

Auf den Wassern wiegen sich die Schatten von Blutbuchen und Tannen, und aus der Tiefe des Teiches kommt ein dumpfes, trauriges Murmeln.

Schwäne ziehen durch die glänzenden Fluten, langsam, unbeweglich, starr ihre schlanken Hälse emporrichtend. Sie ziehen dahin! Rund um das erstorbene Schloss! Tagein, ta­gaus!

Bleiche Lilien stehn am Rande des Teiches mitten unter grellfarbigen Gräsern. Und ihre Schatten im Wasser sind bleicher als sie selbst.

Und wenn die einen dahinsterben, kommen andere aus der Tiefe. Und sie sind wie kleine, tote Frauenhände.

Große Fische umschwimmen neugierig, mit starren, gla­sigen Augen die bleichen Blumen und tauchen dann wieder in die Tiefe — lautlos!

Und alles durchdringt das Schweigen der Verlassenheit.

Und droben in einem rissigen Turmgemach sitzt der Graf. Tagein, tagaus.

Er sieht den Wolken nach, die über den Gipfeln der Bäume hinziehen, leuchtend und rein. Er sieht es gern, wenn die Sonne in den Wolken glüht, am Abend, da sie untersinkt. Er horcht auf die Geräusche in den Höhen: auf den Schrei eines Vogels, der am Turm vorbeifliegt oder auf das tönende Brausen des Windes, wenn er das Schloss umfegt.

Er sieht, wie der Park schläft, dumpf und schwer, und sieht die Schwäne durch die glitzernden Fluten ziehn — die das Schloss umschwimmen. Tagein! Tagaus!

Und die Wasser schimmern grünlichblau. In den Wassern aber spiegeln sich die Wolken, die über das Schloss hinziehen; und ihre Schatten in den Fluten leuchten strahlend und rein wie sie selbst. Die Wasserlilien winken ihm zu, wie kleine, tote Frauenhande und wiegen sich nach den leisen Tönen des Windes, traurig-träumerisch.

Auf alles, was ihn da sterbend umgibt, blickt der arme Graf wie ein kleines irres Kind, über dem ein Verhängnis steht und das nicht mehr die Kraft hat zu leben, das da­hinschwindet, gleich einem Vormittagsschatten.

Er horcht nur mehr auf die kleine traurige Melodie seiner Seele: Vergangenheit!

Wenn es Abend wird, zündet er seine alte, verrußte Lampe an und liest in mächtigen vergilbten Büchern von der Ver­gangenheit, Größe und Herrlichkeit.

Er liest mit fieberndem, tönendem Herzen, bis die Ge­genwart, der er nicht angehört, versinkt. Und die Schatten der Vergangenheit steigen herauf — riesengroß. Und er lebt das Leben, das herrlich schöne Leben seiner Väter.

In Nächten, da der Sturm um den Turm jagt, dass die Mauern in ihren Grundfesten dröhnen und die Vögel ang­stvoll vor seinem Fenster kreischen, überkommt den Grafen eine namenlose Traurigkeit.

Auf seiner jahrhundertealten, müden Seele lastet das Verhängnis.

Und er drückt das Gesicht an das Fenster und sieht in die Nacht hinaus. Und da erscheint ihm alles riesengroß und traumhaft, gespensterlich! Und schrecklich. Durch das Schloss hört er den Sturm rasen, als wollte er alles Tote hinausfegen und in Lüfte zerstreuen.

Doch wenn das verworrene Trugbild der Nacht dahinsinkt wie ein heraufbeschworener Schatten, durchdringt alles wie­der das Schweigen der Verlassenheit.

ЗАДАНИЯ

А

1. Для перевода этого текста необходимы обширные фоновые знания.

Подготовьте краткие вводные доклады на следующие темы:

1) Европейский литературный процесс на рубеже веков;

2) Проза немецкого импрессионизма;

3) Проза немецкого экспрессионизма;

4) Жизнь и творчество Георга Тракля (общий очерк);

5) Художник и Первая мировая война;

6) Поэзия Георга Тракля.

2. Выполните лингвостилистический анализ данного текста по следующим параметрам:

1) ритмическая проза и ее составляющие (звуковые повторы, лексические повторы, силлаботонические алго­ритмы, лейтмотивный звукообраз, синтаксический парал­лелизм и т. п.);

2) книжная и высокая лексика;

3) построение абзаца и ритмическая архитектоника текста в целом;


4) экспрессивный синтаксис;

5) специфика образности (черты натурализма);

6) неологизмы, — и т. п.

2. Выявите черты связи поэтики текста с немецким романтизмом (метафорика, образ времени и т. п.).

3. Определите степень переводимости выявленных яв­лений и сформулируйте свою позицию по поводу доми­нант и инварианта перевода этого текста.

В

1. Переведите главы 1 и 2.

2. Сделайте лингвопереводческий комментарий к прие­мам передачи звукописи и ритма текста,

С

1. Обсудите готовые переводы в группе.

2. Дайте качественную и количественную характери­стику потерь в каждом из вариантов (письменная рецен-


Тема 23. Ф. Кафка

ТЕКСТ 92. F. KAFKA

DER PLÖTZLICHE SPAZIERGANG

Wenn man sich am Abend endgültig entschlossen zu haben scheint, zu Hause zu bleiben, den Hausrock angezogen hat, nach dem Nachtmahl beim beleuchteten Tische sitzt und jene Arbeit oder jenes Spiel vorgenommen hat, nach dessen Beendigung man gewohnheitsgemäß schlafen geht, wenn draußen ein unfreundliches Wetter ist, welches das Zu­hausebleiben selbstverständlich macht, wenn man jetzt auch schon so lange bei Tisch stillgehalten hat, daß das Weggehen allgemeines Erstaunen hervorrufen müßte, wenn nun auch schon das Treppenhaus dunkel und das Haustor gesperrt ist, und wenn man nun trotz alledem in einem plötzlichen Unbe­hagen aufsteht, den Rock wechselt, sofort straßenmäßig angezogen erscheint, Weggehen zu müssen erklärt, es nach kurzem Abschied auch tut, je nach der Schnelligkeit, mit der man die Wohnungstür zuschlägt, mehr oder weniger Ärger zu hinterlassen glaubt, wenn man sich auf der Gasse wiederfindet, mit Gliedern, die diese schon unerwartete Freiheit, die man ihnen verschafft hat, mit besonderer Be­weglichkeit beantworten, wenn man durch diesen einen Ent­schluß alle Entschlußfähigkeit in sich gesammelt fühlt, wenn man mit größerer als der gewöhnlichen Bedeutung erkennt, daß man ja mehr Kraft als Bedürfnis hat, die schnellste Veränderung leicht zu bewirken und zu ertragen, und wenn man so die langen Gassen hinläuft — dann ist man für diesen Abend gänzlich aus seiner Familie ausgetreten, die ins Wesenlose abschwenkt, während man selbst, ganz fest, schwarz vor Umrissenheit, hinten die Schenkel schlagend, sich zu seiner wahren Gestalt erhebt.

Verstärkt wird alles noch, wenn man zu dieser späten Abendzeit einen Freund aufsucht, um nachzusehen, wie es ihm geht.

ЗАДАНИЯ

А

1. Обратите внимание на то, что мы впервые сталкива­емся в данном тексте с ярко выраженным индивидуаль­ным стилем писателя, подчиняющим себе литературную традицию и не поддающимся описанию в рамках литера­турных направлений того времени. Изучение фоновой информации для осуществления полноценного перевод­ческого анализа такого текста должно быть поэтому в первую очередь направлено на творчество писателя, а не на литературный контекст. В этом случае также особенно трудно найти литературные аналоги в языке перевода.

2. Из каких стилей черпает Ф. Кафка материал для создания своего индивидуального стиля?

3. Найдите в тексте черты канцелярского стиля: в об­ласти лексики, в области синтаксиса. В чем необычность текстовой реализации этих средств?

4. Найдите в тексте лексику высокого стиля. Каковы возможности ее передачи?

5. Можно ли при переводе такого текста пользоваться приемом компенсации и в каких случаях?

6. Сформулируйте стратегию перевода текста Ф. Кафки.

В

1. Переведите текст письменно.

2. Прокомментируйте ваши действия и приемы в сле­дующих случаях:


1) при передаче средств канцелярского стиля;

2) при передаче неологизмов Ф. Кафки;

3) при передаче длины предложения.

ТЕКСТ 93. F. KAFKA

ENTSCHLÜSSE

Aus einem elenden Zustand sich zu erheben, muß selbst mit gewollter Energie leicht sein. Ich reiße mich vom Sessel los, umlaufe den Tisch, mache Kopf und Hals beweglich, bringe Feuer in die Augen, spanne die Muskeln um sie herum. Arbeite jedem Gefühl entgegen, begrüße A. stürmisch, wenn er jetzt kommen wird, dulde B. freundlich in meinem Zim­mer, ziehe bei C. alles, was gesagt wird, trotz Schmerz und Mühe mit langen Zügen in mich hinein.

Aber selbst wenn es so geht, wird mit jedem Fehler, der nicht ausbleiben kann, das Ganze, das Leichte und das Schwe­re, stocken, und ich werde mich im Kreise zurückdrehen müssen.

Deshalb bleibt doch der beste Rat, alles hinzunehmen, als schwere Masse sich verhalten, und fühle man sich selbst fortgeblasen, keinen unnötigen Schritt sich ablocken lassen, den anderen mit Tierblick anschaun, keine Reue fühlen, kurz, das, was vom Leben als Gespenst noch übrig ist, mit eigener Hand niederdriicken, das heißt, die letzte grabmäßige Ruhe noch vermehren und nichts außer ihr bestehen lassen.

Eine charakteristische Bewegung eines solchen Zustandes ist das Hinfahren des kleinen Fingers über die Augenbraunen.

Текст предназначен для самостоятельного перевода



 

Тема 24. Г. Гессе

TEKCT 94. H. HESSE

DER SCHWERE WEG

Am Eingang der Schlucht, bei dem dunkeln Felsentor, stand ich zögernd und drehte mich zurückblickend um.

Sonne schien in dieser grünen wohligen Welt, über den Wiesen flimmerte wehend die bräunliche Grasblüte. Dort war gut sein, dort war Wärme und liebes Behagen, dort summte die Seele tief und befriedigt wie eine wollige Hummel im satten Duft und Lichte. Und vielleicht war ich ein Narr, daß ich das alles verlassen und ins Gebirge hinaufsteigen wollte.

Der Führer berührte mich sanft am Arm. Ich riß meine Blicke von der geliebten Landschaft los, wie man sich ge­waltsam aus einem lauen Bade losmacht. Nun sah ich die Schlucht in sonnenloser Finsternis liegen, ein kleiner schwarzer Bach kroch aus der Spalte, bleiches Gras wuchs in kleinen Büscheln an seinem Rande, auf seinem Boden lag herab­gespültes Gestein von allen Farben tot und blaß wie Knochen von Wesen, welche einst lebendig waren.

— Wir wollen rasten, — sagte ich zum Führer.

Er lächelte geduldig, und wir setzten uns nieder. Es war kühl, und aus dem Felsentore kam ein leiser Strom von finsterer, steinig kalter Luft geflossen.

Häßlich, häßlich, diesen Weg zu gehen! Häßlich, sich durch dies unfrohe Felsentor zu quälen, über diesen kalten Bach zu schreiten, diese schmale schroffe Kluft im Finstern hinan­zuklettern!


— Der Weg sieht scheußlich aus, — sagte ich zögernd.

In mir flatterte wie ein sterbendes Lichtlein die heftige,

ungläubige, unvernünftige Hoffnung, wir können vielleicht wieder umkehren, der Führer möchte sich noch überreden lassen, es möchte uns dies alles erspart bleiben. Ja, warum eigentlich nicht? War es dort, von wo wir kamen, nicht tausendmal schöner? Floß nicht dort das Leben reicher, wärmer, liebenwerter? Und war ich nicht ein Mensch, ein kindliches und kurzlebiges Wesen mit dem Recht auf ein bißchen Glück, auf ein Eckchen Sonne, auf ein Auge voll Blau und Blumen?

Nein, ich wollte dableiben. Ich hatte keine Lust, den Helden und Märtyrer zu spielen! Ich wollte mein Leben lang zufrieden sein, wenn ich im Tal und an der Sonne bleiben durfte.

Schon fing ich an, zu frösteln; hier war kein langes Bleiben möglich.

— Du frierst, — sagte der Führer, “es ist besser, wir gehen.

Damit stand er auf, reckte sich einen Augenblick zu seiner

ganzen Höhe aus und sah mich mit Lächeln an. Es war weder Spott noch Mitleid in dem Lächeln, weder Härte noch Scho­nung. Es war nichts darin als Verständnis, nichts als Wissen. Dies Lächeln sagte: “Ich kenne dich. Ich kenne deine Angst, wie du fühlst, und habe deine Großsprecherei von gestern und vorgestern keineswegs vergessen. Jeder verzweifelte Hasensprung der Feigheit, den deine Seele jetzt tut, und jedes Liebäugeln mit dem lieben Sonnenschein da drüben ist mir bekannt und vertraut, noch ehe du’s ausführst”.

Mit diesem Lächeln sah mich der Führer an und tat den ersten Schritt ins dunkle Felsental voraus, und ich haßte ihn und liebte ihn, wie ein Verurteilter das Beil über seinem Nacken haßt und liebt. Vor allem aber haßte und verachtete ich sein Wissen, seine Führerschaft und Kühle, seinen Man- « 7

gel an lieblichen Schwächen, und haßte alles das in mir selber, was ihm recht gab, was ihn billigte, was seinesgleichen war und ihm folgen wollte.



 

РАЗДЕЛ IV. Художественные тексты

Schon war er mehrere Schritte weit gegangen, auf Steinen durch den schwarzen Bach, und war eben im Begriff, mir um die erste Felsenecke zu entschwinden.

“Halt!” rief ich so voller Angst, daß ich zugleich denken mußte: wenn das hier ein Traum wäre, dann würde ihn in diesem Augenblick mein Entsetzen zersprengen, und ich würde aufwachen. “Halt!” rief ich, “ich kann nicht, ich bin noch nicht bereit”.

Der Führer blieb stehen und blickte still herüber, ohne Vorwurf, aber mit diesem seinem furchtbaren Verstehen, mit diesem schwer zu ertragenden Wissen, Ahnen, Schon- im-voraus-verstanden-haben.

— Wollen wir lieber umkehren? — fragte er, und er hatte noch das letzte Wort nicht ausgesprochen, da wußte ich schon voll Widerwillen, daß ich nein sagen würde, nein sagen müssen würde. Und zugleich rief alles Alte, Gewohnte, Liebe, Vertraute in mir verzweiflungsvoll: “Sag ja, sag ja!”, und es hängte sich die ganze Welt und Heimat wie eine Kugel an meine Füße.

Ich wollte “ja” rufen, obschon ich genau wußte, daß ich es nicht würde tun können.

Da wies der Führer mit der ausgestreckten Hand in das Tal zurück, und ich wandte mich nochmals nach den geliebten Gegenden um. Und jetzt sah ich das Peinvollste, was mir begegnen konnte: ich sah die geliebten Täler und Ebenen unter einer weißen entkräfteten Sonne fahl und lustlos liegen, die Farben klangen falsch und schrill zusammen, die Schatten waren rußig schwarz und ohne Zauber, und allem, allem war das Herz herausgeschnitten, war der Reiz und Duft ge­nommen — alles roch und schmeckte nach Dingen, an denen man sich längst bis zum Ekel übergessen hat. Oh, wie ich das kannte, wie ich das fürchtete und haßte, diese schreck­liche Art des Führers, mir das Geliebte und Angenehme zu entwerten, den Saft und Geist daraus weglaufen zii lassen, Düfte zu verfälschen und Farben leise zu vergiften! Ach, ich







Дата добавления: 2015-08-17; просмотров: 854. Нарушение авторских прав


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