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Rosa hatte es besser gewusst.





Der Ton ließ den Raum noch leerer erscheinen.

Wann immer sie Rudi begegnete, fragte sie ihn nach Neuigkeiten von seinem Vater. Manchmal erzählte er ihr in allen Einzelheiten von einem Brief, den sie von Alex Steiner erhalten hatten. Im Vergleich dazu war der Brief ihres eigenen Papas eine leise Enttäuschung.

Was Max betraf, war alles ihrer Vorstellungskraft überlassen.

Sie versammelte allen Optimismus in sich und stellte sich vor, wie er allein auf einer einsamen Straße ging. Manchmal sah sie ihn vor ihrem geistigen Auge durch eine Tür in Sicherheit stolpern, weil sein Ausweis eine freundliche Seele zum Narren gehalten hatte.

Die drei Männer tauchten überall auf.

Sie sah ihren Papa in der Fensterscheibe des Klassenzimmers. Max saß oft neben ihr vor dem Kamin. Alex Steiner kam, wenn sie mit Rudi zusammen war, und warf ihnen mahnende Blicke zu, wenn sie ihre Räder auf den Asphalt der Münchener Straße fallen ließen und durch das Schaufenster in den Laden blickten.

»Schau dir diese Anzüge an«, sagte Rudi zu ihr. Sein Kopf und seine Hände lagen an der Glasscheibe.»Was für eine Verschwendung.«

Merkwürdigerweise war Frau Holzinger Liesels liebste Abwechslung. Die Vorlesestunden waren nun auch auf den Mittwoch ausgeweitet worden, und sie hatten bereits die durch das Wasser geschrumpfte Version des Pfeifers beendet und lasen nun den Traumträger.

Manchmal kochte die alte Frau Tee oder setzte Liesel einen Teller Suppe vor, die um Längen besser war als die von Mama. Nicht so wässrig.

Seit Oktober hatte eine weitere Parade von Juden stattgefunden, und eine sollte noch folgen. Wie beim ersten Mal war Liesel zur Münchener Straße geeilt, diesmal um nachzusehen, ob Max Vandenburg dabei war. Sie fühlte sich innerlich zerrissen zwischen dem Verlangen, ihn zu sehen - der Gewissheit, dass er noch am Leben war -, und dem Wunsch, er möge nicht dabei sein, was Verschiedenes bedeuten konnte, unter anderem dass er sich noch in Freiheit befand.

Mitte Dezember wurde eine kleine Gruppe von Juden und anderen Übeltätern die Münchener Straße entlang nach Dachau getrieben. Die dritte Parade.

Rudi marschierte siegessicher durch die Himmelstraße, betrat Haus Nummer 35 und kam mit einer kleinen Tüte und zwei Fahrrädern wieder.

»Traust du dich, Saumensch?«

DER INHALT VON RUDIS TÜTE

Sechs trockene Scheiben Brot, jeweils in vier Stücke gebrochen.

Sie radelten vor der Parade her auf Dachau zu und hielten an einer verlassenen Stelle der Straße an. Rudi reichte Liesel die Tüte.»Nimm dir eine Handvoll.«

»Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist.«

Er klatschte ihr etwas Brot in die Handfläche.»Dein Papa hat's auch gemacht.«Was konnte sie darauf erwidern? Es war die Peitschenhiebe wert.

»Wenn wir schnell sind, erwischen sie uns nicht.«Er fing an, das Brot auszulegen.»Na, mach schon, Saumensch.«

Liesel konnte nicht an sich halten. Ein Grinsen stahl sich in ihr Gesicht, während sie und Rudi Steiner, ihr bester Freund, die Brotstücke entlang der Straße verteilten. Als sie fertig waren, nahmen sie die Fahrräder und versteckten sich in einer Anpflanzung von Weihnachtsbäumen.

Die Straße war kalt und gerade. Es dauerte nicht lang, bis die Soldaten und die Juden in Sicht kamen.

In den Baumschatten schaute Liesel den Jungen an. Wie hatte er sich verändert, vom Obstdieb zum Brotgeber. Sein blondes Haar strahlte wie eine Kerze, obwohl es langsam dunklei wurde. Sie hörte, wie sein Magen knurrte - und doch verschenkte er sein Brot an andere Menschen.

War dies Deutschland?

War dies Nazi-Deutschland?







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